Neunzig Jahre nach seiner Gründung in Weimar (1919) ist das Bauhaus weltweit ein Begriff.
Das Bauhaus war eine Ausbildungseinrichtung für Handwerker, Künstler und Architekten.
Unter der Leitung des Gründers und ersten Direktors Walter Gropius, der gleichzeitig Dozent war, entwarfen Studenten effiziente Gebrauchsgegenstände und elegante Möbelstücke.
Verschiedene Dozenten, unter anderen Josef Albers, Paul Klee, Wilhelm Wagenfeld, Marcel Breuer, Mart Stam und Ludwig Mies van der Rohe, wurden zu Legenden.
Die Dynamik des Bauhauses blieb auch im Ausland nicht unbemerkt und inspirierte auch den niederländischen Designer und Fabrikanten W.H. Gispen, die Gebrüder de Wit und Paul Schuitema.
In den Niederlanden galt W.H. Gispen als einer der wichtigen Pioniere des Funktionalismus.
Auf Initiative des Deutschen Werkbunds wurde im Jahre 1927 die Ausstellung „Die Wohnung“ in Stuttgart organisiert. Die Ausstellung und die Modellsiedlung Weissenhof gelten als der internationale Durchbruch des Funktionalismus. Die Koordination lag in den Händen des deutschen Architekten und „Werkbund“-Mitglieds Ludwig Mies van der Rohe. Eine Reihe von progressiven Architekten aus verschiedenen Teilen Europas, darunter die Niederländer J.J.P Oud und Mart Stam, wurden dazu eingeladen, für die Wohnungen in der Modellsiedlung Weissenhof Entwürfe einzureichen, und W.H. Gispen durfte hierfür diverse Einrichtungsentwürfe präsentieren.
Aufgrund der politischen Situation Deutschlands wurde das Bauhaus im Jahre 1933 geschlossen und zog es die Lehrer und Studenten in die westliche Welt. Walter Gropius, Mies van der Rohe, Josef Albers und Marcel Breuer emigrierten in die Vereinigten Staaten und sorgten dort für Furore.
Vor allem W.H. Gispen entwickelte sich in den Niederlanden zu einem erfolgreichen Designer und Möbel- und Lampenhersteller. Seine Entwürfe, aber auch die der Gebrüder de Wit und Paul Schuitemas, sind heutzutage in zahlreichen internationalen Museen zu finden.
Unter dem Label Dutch Originals wurden seit 1997 verschiedene schöne Entwürfe wieder in Produktion genommen.